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Digitalisierung in der Zahnmedizin/Zahntechnik: Das Baltic Denture System (Totalprothese)

Neues aus der Wirtschaft   /   07 Dezember 2019 21:46   /   0 KOMMENTARE
Halbindividuell totaler Zahnersatz - Reicht das?

Die größte Innovation der letzten Jahre war wohl die CAD/CAM-Fertigung von Kronen und Brücken aus Titan oder Keramik. Hierbei konnte man auf Gießen von zahntechnischen Werkstücken verzichten und diese Fräsen.
Diese Technik hält jetzt Einzug in die Totalprothetik. Die Firma Merz stellt nun das Baltic Denture System vor. Die wohl "verrückteste" Idee ist, das in den Rohlingen die Zähne (Zahnaufstellung) schon vorhanden sind (ist). Es gibt drei Größen (S, M, L), welche jeweils die Variante U und V (Form des Kieferbogens) bieten.
Die Prothese ist quasi vorhanden, nur die Basis (Unterseite der Prothese) muss "kräftig" unterfüttert werden. Genau hier liegt aber das Problem! Nicht die Prothese wird dem Patienten ausgerichtet, sondern der Patient der Prothese. Nach Bestimmung der Kauebene, werden 2 Keys (Ober- und Unterkieferschlüssel), die den Rohlingen entsprechen, nach dieser ausgerichtet und mit Abformmaterial im Mund fixiert. Im Computer werden jetzt die Rohlinge mit einer vorher genommenen Unterfütterungsabformung überlagert (gematched). Anhand dieser Daten kann nun die Prothesenbasis gefräst werden.

Der Anbieter propagiert vor allem 2 Vorteile:
  1.  Prothetische Versorgung in 2 Sitzungen
  2. Weniger Kunststoff-Monomere durch die Frästechnik (keine chemische Polymerisation)
Der erste Vorteil ist auch ein Nachteil. Mit dem zwangsläufigen Verzicht auf eine Wachsaufstellung gibt es keine Möglichkeit der Korrektur vor der Fertigstellung. Wenn dem Patienten die Prothese nicht gefällt, hat mindestens der Zahnarzt ein Problem!
Der zweite Vorteil ist nicht von der Hand zu weisen. Schädliche Restmonomere sind bei allen Kunststoffen ein Problem.

Es gibt aber auch 2 Nachteile:
  1. Die individuelle Zahnaufstellung und somit das Herzstück einer Prothese wir unter Umgehung des Zahntechnikers konfektioniert.
  2. Die elementar wichtige Kieferrelationsbestimmung ist bei dieser Technik sehr schwierig. Der "hängende" Unterkiefer muss in 2 Ebenen bei schon aushärtender Abformmasse ausgerichtet und "gehalten" werden.
Abgesehen von der schnellen Versorgung pflegebedürftiger Personen halte ich diese Technik nicht für sinnvoll. Die Funktionsabformung muss weiterhin konventionell, also mit Abformmasse erfolgen. Der Vorzug der Digitaltechnik besteht nur in der Überlagerung (Matching) der eingescannten Abformungen. Ob das hier hilfreich ist, ist fraglich. Man muss nicht alles machen, nur weil es möglich ist!

Zahnmedizin und Zahntechnik sind hochpräzise Arbeitsbereiche. Konfektionierte Zahnaufstellungen kann auch die Digitaltechnik nicht kompensieren. Prothesen in den Größen S, M und L werden dem Individuum Mensch nicht gerecht!
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