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Ist ein Parodontitis-Bakterium verantwortlich für Morbus Alzheimer?

Neues aus der Forschung   /   09 Dezember 2019 10:51   /   0 KOMMENTARE
In einer multizentrischen Studie konnte Forscher das Bakterium Porphyromonas gingivalis in Gehirnen von Alzheimer-Patienten nachweisen. Zwar wurden die Erreger auch in der (gesunden) Kontrollgruppe gefunden, aber in deutlich geringerer Anzahl. Es stellt sich nun die Frage, ob dieses ursächlich für Morbus Alzheimer ist.
Die Erkrankung, welche nach dem Münchener Neurologen Alois Alzheimer benannt ist, äußert sich durch zunehmenden Gedächtnisverlust, gestörten Orientierungssinn, beeinträchtigtes Sprachvermögen sowie reduziertes Denk- und Urteilsvermögen.
Die Urschen sind noch nicht ganz geklärt. Möglich sind ein gestörter Blutkreislauf des Gehirns, genetische Disposition, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, ungesunde Lebens- und Ernährungsweise und Entzündungen durch Bakterien und Viren.
Das gefundene Bakterium gehört zu den strikt anaeroben Markerkeimen der Parodontitis. Diese Erreger werden für die Entstehung der Parodontitis verantwortlich gemacht. Im zunehmend anaeroben Milieu (ohne Sauerstoff) der Zahntasche verändert sich das Bakterienspektrum in Richtung dieser Keime. Die Eleminierung ist natürlich das Ziel der Parodontitstherapie des Zahnarztes.
Nun stellt sich die Frage, ob Porphyromonas gingivalis ein weiterer Risikofaktor für Morbus Alzheimer ist.
Mikrobiologisch kann man Bakterien in der Mundhöhle identifizieren. Verschiedenen Hersteller bieten DNA-Test an, bei denen mehr oder weniger sogenannte Markerkeime nachgewiesen werden können. Porphyromonas gingivalis ist hier immer mit dabei. Gerade bei einem Rezidiv nach einer Parodontitistherapie sollte man eine solche Test durchführen!
Die "panische" Durchführung eines Nachweises dieses Bakteriums halt ich nicht für angebracht!
Wer keine Zahntaschen hat, bietet dem Erreger auch kein anaerobes Milieu zur Vermehrung. Die Messung der Zahntasche, wenn überhaupt vorhanden, erfolgt mittels PSI (Periodontal Screening Index). Erst wenn hier Hinweise auf Zahntaschen gegeben sind, erfolgen weiter Maßnahmen. Ob ein Bakteriennachweis sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrer/Ihrem Zahnärztin/Zahnarzt klären!
Zur Vorbeugung von Morbus Alzheimer dienen weiterhin die Kontrolle der Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Adipositas. Selbst beeinflussbar sind Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und gesunde Ernährung (Rauchen und Alkoholkonsum vermeiden).
Fazit:
Falls Porphyromonas gingivalis wirklich ein Risikofaktor für Morbus Alzheimer ist, kann die/der Zahnärztin/Zahnarzt diesen einen außschließen. Gehen Sie jährlich hin!

Quellen:
  • https://advances.sciencemag.org/content/5/1/eaau3333
  • https://www.zm-online.de/news/zahnmedizin/forscher-weisen-porphyromonas-gingivalis-im-gehirn-von-alzheimer-patienten-nach/
  • https://www.zmk-aktuell.de/fachgebiete/parodontologie/story/parodontitis-koennte-alzheimer-beguenstigen__8340.html
Markiert als:  Alzheimer · Parodontitis · Zahntasche
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